Deutscher Bundestag: Neues aus Ausschüssen und aktuelle parlamentarische Initiativen

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hib – heute im bundestag Nr. 515
Neues aus Ausschüssen und aktuelle parlamentarische Initiativen
Mo., 18. September 2017, Redaktionsschluss: 11.04 Uhr
  1. Überstellungen nach Griechenland
  2. Asylverfahrensdauer beim Bamf
  3. Gesetzgebung im Asylrecht
  4. Kooperationen des BND
  5. Funkzellenabfragen bei G20-Gipfel
  6. Sportpolitik im Etatentwurf 2018

01. Überstellungen nach Griechenland

Inneres/Antwort

Berlin: (hib/STO) Über Überstellungen von Asylbewerbern nach Griechenland nach der Dublin-III-Verordnung berichtet die Bundesregierung in ihrer Antwort (18/13428) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (18/13190). Danach werden derzeit Übernahmeersuchen gemäß der Dublin-III-Verordnung an Griechenland gestellt, “jedoch nicht für unbegleitete Minderjährige oder andere vulnerable Personen”. Auch würden Übernahmeersuchen nur für Personen gestellt, für die Hinweise auf eine mögliche Zuständigkeit Griechenlands ab dem 15. März 2017 vorliegen.

Wie die Bundesregierung weiter ausführt, erfolgt eine Überstellung gemäß der Dublin-III-Verordnung nach Zustimmung und nur dann, wenn die griechischen Behörden im Einzelfall schriftlich zusichern, dass Dublin-Rückkehrer gemäß der EU-Aufnahmerichtlinie untergebracht und ihre Asylverfahren gemäß der EU-Asylverfahrensrichtlinie durchgeführt werden. Die Wiederaufnahme des Dublin-Verfahrens mit Griechenland erfolge schrittweise und in enger Abstimmung mit den griechischen Behörden, um eine Überlastung des griechischen Asylsystems zu vermeiden. Eine Bewertung der bisherigen Erfahrungen sei derzeit noch nicht möglich, da das Verfahren erst angelaufen sei.

02. Asylverfahrensdauer beim Bamf

Inneres/Antwort

Berlin: (hib/STO) Über die Asylverfahrensdauer beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) informiert die Bundesregierung in ihrer Antwort (18/13472) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (18/13191). Wie die Regierung darin ausführt, bezieht sich die vom Bamf ausgewiesene durchschnittliche Verfahrensdauer auf den Zeitpunkt zwischen der förmlichen Asylantragstellung und der Entscheidung durch das Bundesamt. Sie habe im Jahr 2016 bei durchschnittlich 7,1 Monaten und damit um fast zwei Monate höher gelegen als noch im Jahr 2015. Im laufenden Jahr sei sie weiter angestiegen.

Dies liegt laut Bundesregierung zum einen daran, dass das Bamf in den vergangenen Monaten viele Verfahren aus dem Jahr 2016 und früher abgeschlossen hat, “die infolge ihrer bereits sehr langen Anhängigkeit den Wert der durchschnittlichen Verfahrensdauer entsprechend statistisch erhöhen”. Hinzu komme, dass das Bamf gegenwärtig vermehrt viele komplexe Verfahren entscheide, deren Bearbeitung aufwändiger sei, Recherchen oder auch medizinische Gutachten erforderlich mache und daher längere Zeit in Anspruch nehme. Je mehr Altfälle abgebaut würden, desto höher werde damit die statistische Bearbeitungsdauer.

Nach Abschluss des Rückstandsabbaus werde das Bamf außer bei sehr komplexen Fällen kurze Bearbeitungsdauern sicherstellen können, schreibt die Bundesregierung weiter. Bis zum Ende des Rückstandsabbaus werde die statistische Verfahrensdauer jedoch aufgrund der geschilderten Gründe weiter hoch bleiben. Dieser Effekt werde dadurch verstärkt, dass im Jahr 2017 bisher weniger Asylanträge neu gestellt worden seien und die bearbeiteten Altfälle daher statistisch umso stärker ins Gewicht fielen.

03. Gesetzgebung im Asylrecht

Inneres/Antwort

Berlin: (hib/STO) Um “beschleunigte Gesetzgebungsverfahren im Asyl- und Aufenthaltsrecht” geht es in der Antwort der Bundesregierung (18/13478) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (18/13177). Darin verweisen die Abgeordneten darauf, dass die Gesetzgebung im Asyl- und Aufenthaltsrecht “insbesondere in den Jahren 2015 und 2016 von großer Eile und Hektik geprägt” gewesen sei.

Wie die Bundesregierung dazu ausführt, hat sie “seit Mitte 2015 Vieles ins Werk gesetzt”, um die Entwicklung des Flucht- und Migrationsgeschehens zu bewältigen. Unter anderem auch mithilfe zahlreicher Gesetzesänderungen sei es gelungen, “die Herausforderungen, die mit dem hohen Zugang von Schutzsuchenden, Asylbewerbern und anderen Migranten seit 2015 verbunden waren und sind, angefangen von der angemessenen Versorgung bis zur ordnungsgemäßen Durchführung des Asylverfahrens sowie der Integration der Betroffenen, besser zu bewältigen”. Diese Gesetzgebungsvorhaben seien von besonderer Dringlichkeit gewesen, “auch um eine verbesserte Steuerung und Ordnung des Flucht- und Migrationsgeschehens möglichst schnell zu erreichen”.

04. Kooperationen des BND

Inneres/Antwort

Berlin: (hib/STO) Kooperationen des Bundesnachrichtendienstes (BND) im Bereich der Fernmeldeaufklärung sind ein Thema der Antwort der Bundesregierung (18/13518) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (18/13383). Wie die Bundesregierung darin ausführt, arbeitet der BND zur Erfüllung seines gesetzlichen Auftrags “in vielfältiger Weise mit inländischen und ausländischen Stellen im Bereich Fernmeldeaufklärung zusammen”. Die Zusammenarbeit reiche von regelmäßigen und sporadischen Fachgesprächen auf Arbeitsebene über Treffen zum Erfahrungsaustausch in bi- oder multilateralen Foren oder regelmäßigen oder anlassbezogenen Datenübermittlungen bis hin zu institutionalisierteren Zusammenarbeitsformen. Eine statistische Auflistung der Anzahl der unterschiedlichen Zusammenarbeitsformen existiere nicht.

05. Funkzellenabfragen bei G20-Gipfel

Inneres/Antwort

Berlin: (hib/STO) Bundesbehörden haben im Zusammenhang mit dem G20-Gipfel im Hamburg weder nichtindividualisierte Funkzellenabfragen vorgenommen noch “stille SMS” oder sogenannte IMSI-Catcher oder WLAN-Catcher eingesetzt. Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung (18/13512) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (18/13355) hervor.

06. Sportpolitik im Etatentwurf 2018

Inneres/Kleine Anfrage

Berlin: (hib/STO) “Die Sportpolitik im Regierungsentwurf zum Bundeshaushalt 2018” thematisiert die Fraktion Die Linke in einer Kleinen Anfrage (18/13523). Darin erkundigt sie sich unter anderem danach, welche Mittel die Bundesregierung mit dem Haushalt 2018 für den Sport zur Verfügung zu stellen plant.

hib – heute im bundestag Nr. 516
Neues aus Ausschüssen und aktuelle parlamentarische Initiativen
Mo., 18. September 2017, Redaktionsschluss: 11.45 Uhr
  1. Sinti und Roma in Deutschland
  2. Getötete deutsche Anti-IS-Kämpfer
  3. Definition von Gefährdern
  4. Einfluss auf islamische Gemeinschaften
  5. Zahl der MIT-Mitarbeiter in Deutschland
  6. Herdenschutz vor Wölfen

01. Sinti und Roma in Deutschland

Inneres/Antwort

Berlin: (hib/STO) Um die “Situation von Sinti und Roma in Deutschland” geht es in der Antwort der Bundesregierung (18/13498) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (18/13342). Wie die Bundesregierung darin darlegt, leben in Deutschland nach Schätzungen des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma zirka 70.000 deutsche Sinti und Roma, “die sich selbst als gut in die Gesellschaft integriert sehen”. Demzufolge bedürfe es “für diesen Personenkreis aus Sicht der Bundesregierung keiner nationalen Integrationsstrategie”. Auch für ausländische Roma, die im Zuge der Zuwanderung oder als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind und ein Recht zum dauernden Inlandsaufenthalt haben, sei eine nationale Integrationsstrategie nicht erforderlich, denn ihnen stünden – unabhängig von ihrer Ethnie – dieselben Integrationsprogramme offen wie anderen Ausländern.

Weiter verweist die Bundesregierung darauf, dass neben den grundsätzlichen Überlegungen zu einem allgemeinen gesamtgesellschaftlichen Ansatz bei der Integrationspolitik auch die mangelnde Datenerfassung ein zu berücksichtigender Aspekt dafür sei, dass in Deutschland Projekte, Initiativen und Maßnahmen des Bundes, der Länder und der Kommunen grundsätzlich nicht exklusiv für Sinti und Roma angeboten werden, sondern sich an alle potenziellen Adressaten richten. Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges würden in der Bundesrepublik keine bevölkerungsstatistischen oder sozioökonomischen Daten auf ethnischer Basis erhoben. Dies sei vor allem in der Verfolgung von Minderheiten in den Zeiten des Nationalsozialismus begründet.

Darüber hinaus stünden der Erfassung ethnischer Daten auch rechtliche Hindernisse entgegen, heißt es zudem in der Antwort. Das Bekenntnis zu einer nationalen Minderheit sei gemäß des Rahmenübereinkommens des Europarats zum Schutz nationaler Minderheiten frei. Die Zugehörigkeit zu einer Minderheit sei die persönliche Entscheidung eines jeden Einzelnen, die von Staats wegen nicht registriert, überprüft oder bestritten werde.

Ferner könne die Anzahl und der jeweilige Aufenthaltsstatus der in Deutschland lebenden ausländischen Roma nicht benannt werden, da im Ausländerzentralregister Staatsangehörigkeiten, nicht aber ethnische Zugehörigkeiten erfasst würden, argumentiert die Bundesregierung des Weiteren. Schließlich sei für Deutschland zu berücksichtigen, “dass die deutschen Sinti- und Roma-Vertreter die Auffassung vertreten, dass es für ihre Gruppe der Sinti und Roma keiner Strategie zur Verbesserung der Integration bedarf”.

02. Getötete deutsche Anti-IS-Kämpfer

Inneres/Antwort

Berlin: (hib/STO) Die Zahl in Syrien oder im Irak getöteter deutscher Anti-IS-Kämpfer ist ein Thema der Antwort der Bundesregierung (18/13423) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (18/13302). Danach sind dem Bundeskriminalamt (BKA) “vier deutsche Staatsangehörige bekannt, welche in den Krisen-/Kriegsgebieten (teilweise und mutmaßlich gewaltsam) auf Seiten der Anti-IS-Kräfte zu Tode kamen”. Darüber hinausgehende Erkenntnisse seien dem BKA nicht bekannt geworden.

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03. Definition von Gefährdern

Inneres/Antwort

Berlin: (hib/STO) Die Begriffe “Gefährder” und “Relevante Personen” erläutert die Bundesregierung in ihrer Antwort (18/13422) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (17/13301). Danach liegen zu beiden Begriffen “polizeifachlich bundeseinheitlich abgestimmte Definitionen” vor. Es handele sich dabei um Definitionen, die im polizeilichen Bereich zur Anwendung kommen.

Demnach ist im polizeilichen Sinne ein Gefährder “eine Person, zu der bestimmte Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass sie politisch motivierte Straftaten von erheblicher Bedeutung” begehen wird, wie die Bundesregierung ausführt. Zudem sei eine Person als relevant anzusehen, wenn sie innerhalb des extremistischen/terroristischen Spektrums die Rolle einer Führungsperson, eines Unterstützers beziehungsweise Logistikers oder eines Akteurs einnimmt und objektive Hinweise vorliegen, die die Prognose zulassen, dass sie politisch motivierte Straftaten von erheblicher Bedeutung fördert, unterstützt, begeht oder sich daran beteiligt. Als relevant gilt den Angaben zufolge zudem eine Kontakt- oder Begleitperson eines Gefährders, eines Beschuldigten oder eines Verdächtigen einer politisch motivierten Straftat von erheblicher Bedeutung.

04. Einfluss auf islamische Gemeinschaften

Inneres/Kleine Anfrage

Berlin: (hib/STO) Nach einem “Einfluss ausländischer Staaten, Parteien und Stiftungen auf islamische Gemeinschaften in Deutschland” erkundigt sich die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in einer Kleinen Anfrage (28/13465). Unter anderem erkundigt sie sich darin nach den Kenntnissen der Bundesregierung “über Verbindungen und Einflüsse ausländischer Staaten, Parteien, Stiftungen und sonstiger juristischer Personen und Geldgeber zu islamischen beziehungsweise auf islamische religiöse Vereine oder Religionsgemeinschaften, insbesondere hinsichtlich der Unterstützung durch Entsendung von Personal, finanzieller Zuwendungen oder Sachleistungen”.

05. Zahl der MIT-Mitarbeiter in Deutschland

Inneres/Kleine Anfrage

Berlin: (hib/STO) Die Fraktion Die Linke möchte wissen, welche Kenntnisse die Bundesregierung über die Zahl der für den türkischen Nachrichtendienst MIT in Deutschland arbeitenden Mitarbeiter und Informanten hat. Ferner erkundigt sie sich in einer Kleinen Anfrage (18/13485) danach, inwieweit aktuell nach wie vor die verstärkte Beobachtung von Aktivitäten des MIT in Deutschland im Bundesamt für Verfassungsschutz erfolgt. Auch fragt sie unter anderem, inwieweit die Bundesregierung Kenntnis davon hat, wie viele in Deutschland stationierte türkische Soldaten nach dem Putschversuch im Juli 2016 Asyl erhalten haben.

06. Herdenschutz vor Wölfen

Ernährung und Landwirtschaft/Kleine Anfrage

Berlin: (hib/EIS) Die Fraktion Die Linke stellt in einer Kleinen Anfrage zum Herdenschutz (18/13534) fest, dass die Übergriffe und Wolfsrisse bei Nutztieren zunehmen. Die Bundesregierung soll erläutern, welche Bundesministerien im Hinblick auf die Aufgabenverteilung und Zuständigkeit für einen wolfssicheren Herdenschutz verantwortlich sind. Darüber hinaus soll darüber Auskunft erteilt werden, wann und nach welchen bundesweit einheitlichen Kriterien ein wolfssicherer Herdenschutz entwickelt wird und wie eine bundeseinheitliche Definition für “auffällige Wölfe” lauten soll.

Source:  Deutscher Bundestag

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