Kulturstaatsministerin stellt neues Förderprogramm für NS-Gedenkstätten vor – Grütters: „Bewusstsein für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit stärken“

Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Kulturstaatsministerin stellt neues Förderprogramm für NS-Gedenkstätten vor – Grütters: „Bewusstsein für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit stärken“

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat heute im Anne Frank Zentrum Berlin das Förderprogramm „Jugend
erinnert“ vorgestellt.

Damit werden NS-Gedenkstätten und Dokumentationszentren dabei unterstützt, nachhaltig wirkende
Bildungsformate für junge Menschen zu stärken und weiterzuentwickeln, sowie innovative Ansätze und Methoden
zu erproben. In den kommenden Jahren sind bis zu 17 Millionen Euro für das Programm eingeplant.

„Die Auseinandersetzung mit der Zeit des Nationalsozialismus ist auch fast 75 Jahre nach dem Ende des
Zweiten Weltkriegs eine andauernde Verpflichtung“, sagte die Kulturstaatsministerin. „Authentische Orte wie
die NS-Gedenkstätten spielen dabei eine zentrale Rolle, nicht zuletzt weil es immer weniger
Holocaust-Überlebende gibt und die Annäherung an das Unfassbare dadurch immer schwieriger wird. Denn wer die
Vergangenheit mit den Augen der persönlich Betroffenen sieht, der sieht auch die Gegenwart mit anderen Augen
– der schaut nicht weg, wo heute Antisemitismus, Antiziganismus, Rassismus und Ausgrenzung um sich greifen.
Das ist meine Hoffnung.“

Monika Grütters sagte weiter: „Leider erleben wir, dass die Debatten über den Umgang Deutschlands mit seiner
Vergangenheit wieder kontroverser werden. Diskriminierende, ausgrenzende und hasserfüllte Parolen werden
immer ungenierter öffentlich kundgetan – leider auch von Seiten einiger Besucherinnen und Besucher in NS
Gedenkstätten. Es ist etwas ins Rutschen geraten. Dem können wir nicht tatenlos zusehen.“ Es sei deshalb
besonders wichtig, gerade kommenden Generationen historisches Wissen möglichst so zu vermitteln, dass sie den
Bezug der Geschichte zu ihrer eigenen Lebenswelt begreifen, so Grütters. „Unsere Gedenkstätten helfen mit,
das Bewusstsein für den hohen Wert von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu stärken.“

Das Programm „Jugend erinnert“ soll von diesem Jahr an Gedenkstätten und Dokumentationszentren als zentrale
Akteure dabei unterstützen, qualifizierte Bildungsformate zu entwickeln, auszubauen und dafür auch neue
Kooperationspartner zu finden. Die Bandbreite möglicher Projekte reicht dabei von Workshops für Studierende
in den Bereichen Bildung, Erziehung und Sozialarbeit über die Erarbeitung von Strategien für den Umgang mit
Diskriminierung, Antisemitismus, Antiziganismus und Fremdenfeindlichkeit mit zukünftigen Lehrerinnen/Lehrern,
Erzieherinnen/Erziehern und Sozialarbeiterinnen/Sozialarbeitern in ihren Berufsfeldern bis hin zur
Zusammenarbeit mit neuen Kooperationspartnern wie Jugendzentren, Theatern, Fanprojekten und multikulturellen
Initiativen.

Die Regierungsparteien hatten das Förderprogramm „Jugend erinnert“ im Koalitionsvertrag vereinbart. In
diesem Jahr stehen dafür zwei Millionen Euro im Etat der Kulturstaatsministerin zur Verfügung. Für 2020 bis
2022 sind jeweils fünf Millionen Euro pro Jahr geplant.

Um die Bildungsarbeit an diesen wichtigen Erinnerungsorten zu stärken, hat die Beauftragte der
Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) zudem seit 2017 insgesamt 26 neue Pädagogen-Stellen an den
BKM-geförderten NS-Gedenkstätten geschaffen.

Weitere Informationen zu den Förderrichtlinien und zum Antrag unter:
www.kulturstaatsministerin.de/jugend-erinnert [http://www.kulturstaatsministerin.de/jugend-erinnert]

Das gastgebende Anne Frank Zentrum Berlin ist die deutsche Partnerorganisation des Anne Frank Hauses in
Amsterdam. Mit der neuen Dauerausstellung „Alles über Anne“ in Berlin sowie Wanderausstellungen in ganz
Deutschland und weiteren Bildungsangeboten, erinnert der gemeinnützige Verein an Anne Frank und gibt Impulse,
damit sich Kinder und Jugendliche für Freiheit, Gleichberechtigung und Demokratie engagieren. Finanziert
wurde die Neukonzeption der Dauerausstellung mit Unterstützung der Kulturstaatsministerin, der Lottostiftung
Berlin sowie durch das Land Berlin.


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