Presse- und Informationsamt der Bundesregierung
Kulturstaatsministerin Grütters zum Tod von Artur Brauner
“Artur Brauners Tod macht mich sehr traurig, ich verliere mit ‘Atz’ einen guten, einen warmherzigen, einen
ganz einzigartigen Freund. Wir werden ihn auch als Menschen mit seinem Charme, seiner Chuzpe, seinem Humor
und seinem großen Herzen vermissen.
Und Deutschland verliert einen seiner wichtigsten Filmproduzenten der jungen Bundesrepublik. Dass er als
ehemals verfolgter polnischer Jude nach dem Zweiten Weltkrieg in das Land der Mörder seiner Familie ging, um
Filme zu produzieren und sich auch für den demokratischen Wiederaufbau Deutschlands engagiert einsetzte, ist
ein wahres, ein großes Geschenk für unser Land.
Seiner Selbstverpflichtung, die Opfer des Holocaust durch sein Wirken sichtbar zu machen und diese so dem
Vergessen zu entreißen, ist er mit zahlreichen Filmen immer treu geblieben. Werke wie ‘Hitlerjunge Salomon’,
‘Die Weiße Rose’ oder ‘Sag die Wahrheit’ sind nur einige herausragende Beispiele für seine jahrzehntelange
Auseinandersetzung mit diesem wichtigen Thema – zumal Artur Brauner dies schon in einer Zeit vorantrieb, in
der man in Deutschland die eigene Schuld und die Mitwirkung an den Verbrechen der Nazis noch eher verdrängte,
als diese aufzuarbeiten.
Aber auch als Produzent legendärer Unterhaltungsfilme machte sich Artur Brauner einen Namen. Mit mehr als
500 Filmen für das Kino und das Fernsehen hat er sich in die Filmgeschichte eingeschrieben. Damit hat er die
bundesrepublikanische Öffentlichkeit auf seine Weise beeinflusst und das Deutschlandbild international
geprägt wie kaum eine andere Persönlichkeit aus dem Filmschaffen seiner Generation.
Die Bundesrepublik Deutschland hat Artur Brauner wahrlich viel zu verdanken.”
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