BPA Pressemitteilung Neuberufung dreier Mitglieder in die „Beratende Kommission“

Presse- und Informationsamt der Bundesregierung
Neuberufung dreier Mitglieder in die „Beratende Kommission“

Das Bundeskabinett hat heute der Berufung dreier neuer Mitglieder in die „Beratende Kommission im
Zusammenhang mit der Rückgabe NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturguts, insbesondere aus
jüdischem Besitz“ zugestimmt.
Die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, hat im Einvernehmen mit der Ständigen
Konferenz der Kultusminister der Länder und den kommunalen Spitzenverbänden drei Frauen neu für
zehn Jahre in die „Beratende Kommission“ berufen: Marieluise Beck, ehemalige Bundestagsabgeordnete,
Dr. Eva Lohse, Oberbürgermeisterin a.D. von Ludwigshafen, und Prof. Dr. Sabine Schulze, Direktorin
des Hamburger Museums für Kunst und Gewerbe. Die Berufung neuer Mitglieder war nach dem Ausscheiden
bisheriger notwendig geworden.
Staatsministerin Grütters: „Vor nunmehr zwanzig Jahren fand die Washingtoner Konferenz statt, auf
der sich Deutschland dazu bereit erklärt hat, nach NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturgut zu
suchen und gerechte und faire Lösungen zu finden. Es steht auch heute unverändert außer Frage, dass
die Aufarbeitung des nationalsozialistischen Kunstraubes eine bleibende Verpflichtung für
Deutschland ist. Zur Umsetzung der Washingtoner Prinzipien leistet die ‚Beratende Kommission‘ einen
unverzichtbaren und bedeutenden Beitrag. Ich danke  Frau Beck, Frau Dr. Lohse und Frau Prof. Dr.
Schulze für ihre Bereitschaft, in der Kommission mitzuwirken. Mit ihnen konnten drei
Persönlichkeiten gewonnen werden, die mit ihrem Sachverstand und beruflichen Renommee dazu
beitragen werden, die bisherige ausgezeichnete Arbeit der Kommission fortzuführen.“
Die Kommission war 2003 von Bund, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden eingerichtet worden. Sie
vermittelt bei Differenzen über die Rückgabe von Kulturgütern, die im Dritten Reich ihren
Eigentümern, insbesondere verfolgten jüdischen Bürgern, entzogen wurden und sich heute in Museen,
Bibliotheken, Archiven, anderen öffentlichen Einrichtungen der Bundesrepublik Deutschland oder in
Privatbesitz befinden. Die Kommission übernimmt eine Mediatorenrolle zwischen den Trägern der
Sammlungen und den ehemaligen Eigentümern der Kulturgüter bzw. deren Erben, wenn dies von beiden
Seiten gewünscht wird. Zur Beilegung der Meinungsverschiedenheiten kann sie Empfehlungen
aussprechen.
Mit Berufung der neuen Mitglieder ist die Beratende Kommission nun paritätisch besetzt.
Vorsitzender der Kommission ist der ehemalige Präsident des Bundesverfassungsgerichts Prof. Dr.
Hans-Jürgen Papier, der die Funktion im Jahr 2017 übernommen hat. Weitere Mitglieder sind der
Kunsthistoriker und stellvertretende Vorsitzende der Beratenden Kommission Prof. Dr. Wolf
Tegethoff, die ehemalige Präsidentin des Bundesverwaltungsgerichts Marion Eckertz-Höfer, der
Präsident des Deutschen Historischen Museums Prof. Dr. Raphael Gross, der Rechts- und
Sozialphilosoph Prof. Dr. Dietmar von der Pfordten, der ehemalige Direktor der American Academy in
Berlin Dr. Gary Smith und die ehemalige Bundestagspräsidentin Prof. Dr. Rita Süssmuth.
Hinsichtlich der Aufgaben der Beratenden Kommission und deren Besetzung wird auf die Website
www.kulturgutverluste.de verwiesen.


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